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Windräder.
@Mike Setchell /unsplash
Stromproduktion

Rekordlüftchen

Die Windenergie in der Schweiz erreicht mit einer Produktion von 170 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2024 einen neuen Rekord. Im Verhältnis zur Gesamtproduktion erneuerbarer Energien bleibt der Anteil jedoch gering.

Nach dem sehr windigen Jahr 2023 war 2024 zwar ein gutes, wenn auch nicht so aussergewöhnliches Jahr. Wie bei der Wasserkraft und Solarenergie ist auch die Produktion der Windenergie von den Wetterbedingungen abhängig.

«Mit einer Produktion von 170 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2024* hat die Windenergie in der Schweiz einen neuen Rekord erreicht», freut sich Nicolas Jonville, Verantwortlicher für die Westschweiz bei Suisse Eole. Diese Jahresproduktion entspricht etwa dem Haushaltsstromverbrauch der Einwohnerinnen und Einwohner der Städte Zug, St. Gallen und Neuenburg – insgesamt über 150'000 Menschen.

Die Bedeutung wird grösser

Die Schweiz profitiert von unterschiedlichen Wetterbedingungen – Regen, Wind und Sonne –, die je nach geografischer Lage variieren. Der besondere Vorteil der Windenergie liegt in ihrer Winterproduktion: Zwei Drittel des Windstroms werden in der kalten Jahreszeit erzeugt, wenn die Solarproduktion sehr niedrig ist und auch die Wasserkraft weniger Strom liefert.

Das Jahr 2025 begann für die Schweizer Windenergie vielversprechend: Im Januar aktualisierte der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) seine Studie Energiezukunft 2050, welche die Bedeutung der Windenergie hervorhebt. Der Verband sieht im massiven Ausbau der Windenergie eine ideale Lösung zur Überbrückung des winterlichen Stromdefizits.

Schweiz liegt punkto Wind weit zurück

In der Schweiz wendet sich das Blatt zugunsten der Windenergie. Nach der Axpo im Jahr 2024 unterstreichen nun auch die BKW und weitere Stromversorger deren Bedeutung. Mit einem Anteil von nur 0,3 Prozent am Stromverbrauch 2024 liegt die Schweiz allerdings deutlich hinter ihren Nachbarn: In Deutschland macht die Onshore-Windenergie über 26 Prozent des Strommix aus, in Frankreich 9 Prozent und in Österreich 13 Prozent. Der VSE erachtet eine Windenergieproduktion von 21 TWh, davon 15 TWh im Winter, als optimal – das entspräche etwa einem Drittel des aktuellen Stromverbrauchs.

*Quelle: wind-data.ch